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350 Zuhörer erlebten am Totensonntag geistliche Chormusik rund um das Requiem von Mozart.Foto: Ina Velte

 

Viel Applaus für ergreifendes Konzert

Marburger Vokalisten, Alsfelder Konzertchor und Main-Barockorchester führen Mozarts Requiem auf
Die Vergänglichkeit des Lebens stand im Mittelpunkt eines würdevollen Abends in der Pfarrkirche.



MARBURG -Von einem geheimnisvollen Boten bestellt, im Wettlauf mit dem eigenen Tod komponiert – um kaum ein Werk ranken sich so viele Mythen und Legenden wie um das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart.

Ungeachtet dessen, oder gerade deshalb, mauserte es sich bis heute zu einem seiner beliebtesten Werke. Komponiert wurde das Requiem – und so viel ist sicher – im Stil einer klassischen Totenmesse. Was also fasziniert die Hörer daran so besonders, auch jenseits der Gotteshäuser?

Ein Gemeinschaftsprojekt aus Alsfelder Konzertchor, Marburger Vokalisten, dem Main-Barockorchester Frankfurt und vier herausragenden Solisten
lieferte am Sonntag eine Antwort auf diese Frage.

Zunächst stimmten die etwa 90 Mitwirkenden unter der Leitung von Thomas Walter mit Mozarts berühmtem „Laudate Dominum“ in den Abend ein. Die Violinen hatten den ersten Aufschlag, den sie warm klingend und gefühlvoll zelebrierten.

Dazu ein arioser, hauchzarter Sopran von Gabriele Hierdeis und ein ebenso sanfter Choreinstieg mit Textauszügen aus Psalm 116. Ignaz Ritter von
Seyfried (1776-1841) lieferte mit „Libera me domine“ das zweite Stück des Abends. „Errette mich Herr“, strömte wie ein flehender Anruf Gottes aus dem Altarraum, in dem der Chor seinen Platz gefunden hatte.

Dass der Dirigent großen Wert auf deutliche Artikulation seiner Chorsänger legt, die gut akzentuiert agieren und aufeinander achten, war auch während Mozarts berühmter Motette „Ave verum“ zu spüren. Dem bis dahin Gehörten setzte das Requiem thematisch noch die Krone auf:

Allumspannend waren die große Furcht vor dem Zorn Gottes und damit verbundenen Höllenqualen, eine immer wieder aufkeimende Hoffnung und das Flehen um Vergebung.

Das Orchester interpretierte mit seinen historischen Instrumenten einfühlsam und auf den Punkt – ob beim Donnersturm der Trompeten im
„Dies irae“ (Tag der Rache) oder den flehenden Seufzern der Streicher im „Lacrimosa“ (Tag der Tränen).

Die vier ausgewogenen Stimmgruppen in Sopran, Alt, Tenor und Bass brachten glaubhaft und berührend die lateinischen Texte zu Gehör. Vor allem
der gut besetzte Bass zeigte in der „Quam olim Abrahae“-Passage im „Hostias“ seine Stärke, wo er zunächst führte und später souverän an die Frauenstimmen übergab.

Einzig und allein das „Domine Jesu“, mit seiner schönen, mehrschichtigen Melodik litt im Sopran vorübergehend unter dem sehr schnellen Tempo.

Die allgemeingültige Botschaft von der Überwindung des Todes durch den Glauben kam aber ohne Zweifel beim Publikum an. Mozart hat sie wie einen
roten Faden in die Noten hineingewebt. Vielleicht auch deshalb so  überzeugend, weil er während des Komponierens selbst den nahen Tod spürte – er verstarb vor Beendigung des Werkes 1791 im Alter von nur 35 Jahren.

Die Solisten, Gabriele Hierdeis (Sopran), Birgit Schmickler (Alt), Fabian Kelly (Tenor) und Markus Flaig (Bass) spielten in Mozarts Requiem zwar keine
Hauptrolle, dennoch waren sie ein Glanzlicht des Abends. Mit süßestem Bitten und in perfekter Harmonie flehten alle vier gemeinsam im „Recordare“ Jesus um Milde an. In großer Lässigkeit meisterte Flaig das berühmte „Tuba Mirum“. Der Jüngste im Viererbund, Tenor Fabian Kelly, stand den gestandenen Solisten in keinster Weise nach. Im „Benedictus“ stach er mit seiner Interpretation und einer Stimme zum Davonträumen aus dem Solistenverbund hervor, womit er sich geradewegs in die Herzen der Konzertbesucher katapultierte.

Insgesamt erlebten Zuhörer und Mitwirkende eine ergreifende Mischung aus Chor und Solisten, die durch das Orchester eindrucksvoll in Szene gesetzt
wurden. Nach dem Konzert gab es langanhaltenden Applaus für diese Leistung.

 

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Das Mozart-Requiem erfüllt die Alsfelder Dreifaltigkeitskirche. Foto: T. Gremmel

 

In mystischen Klängen unserer Vergänglichkeit nachgespürt

Mit Mozarts Requiem einen musikalischen Glanzpunkt zum Ewigkeitssonntag gesetzt



ALSFELD -Am vergangenen Wochenende endete das Kirchenjahr – mit dem Advent und der Erwartung des Weihnachtsfestes beginnt der neue Zyklus. Traditionell gedenkt man in der Kirche Ende November der Verstorbenen – aber nicht allein in Trauer zurückgewandt, sondern nach vorne blickend auf das Reich Gottes, das da kommen soll – bei den Katholiken heißt der Sonntag dementsprechend auch Christkönigfest, das auf die Herrschaft Gottes und die Überwindung des Todes hinweist.

Wolfgang Amadeus Mozart hat in seinem kurzen Leben viele göttliche Musik geschaffen, die uns noch heute beglückt oder sogar – wie bei seinem Requiem, das er kurz vor seinem frühen Tode quasi für sich selbst schrieb und nicht mehr vollenden konnte – in ihrer Harmonie-Perfektion beinahe verstört. Kaum einer kann sich den Klängen dieser anspruchsvollen Komposition entziehen und wird nicht in ihren Bann gezogen.

In der vollen Alsfelder Dreifaltigkeitskirche erfuhren die Anwesenden das Mysterium dieser faszinierenden Mozartschen Klänge seiner „Seelenmesse“, als – unter der Leitung von Thomas Walter - der Alsfelder Konzertchor und die Marburger Vokalisten gemeinsam mit dem Main-Barockorchester das Mozart-Requiem zur Aufführung brachten. Ja – mehr noch – vor dem Requiem konnten die Zuhörer schon in den Klängen des „Libera me domine“ von Iganz Ritter von Seyfried sowie von Mozarts „Laudate Dominum“ und „Ave verum corpus“ schwelgen. Bei von Seyfried, einem Klavierschüler von Mozart und offenbar einem musikalischen Verehrer seines Lehrers, klangen Elemente des Requiems bereits deutlich an. Das liebliche Laudate Dominum wurde mitgetragen von dem absolut klaren Sopran der Solistin Gabriele Hierdeis, die hier schon vor dem Hauptaufführungswerk einen ersten strahlenden Auftritt hatte. Das nur wenige Takte lange Ave verum wiederum, vom Chor einfühlsam vorgetragen, verzauberte und entrückte die Zuhörer, bereitete sie gewissermaßen unmittelbar vor auf den Introitus des Requiems – der Auftakt vom Orchester eindrücklich vorgetragen, der Chor Stimme um Stimme einfallend und die Klangentfaltung nochmals verstärkend: Herr, gib Ihnen die ewige Ruhe…

Das Requiem – in seiner Aufführungsdauer von einer knappen Stunde eigentlich gut überschaubar – entführte die Zuhörer dann in einen Reigen von Melodien, die wie in einem Lebenslauf unaufhaltsam aufeinanderfolgten, teilweise miteinander verwoben waren und sich doch immer als flüchtig und nicht festzuhalten erwiesen. In ihrer Charakteristik setzten sie aber dabei ein deutliches Ausrufezeichen nach dem anderen: Die vier Solisten, neben der bereits erwähnten Sopranistin noch Birgit Schmickler (Alt), Fabian Kelly (Tenor) und Markus Flaig (Bass) setzten eigene wunderbare Glanzpunkte mit dem „Recordare“ und dem „Benedictus“, in denen das Publikum durchatmen und zur Ruhe kommen konnte. Die Einwürfe des Chores davor und danach hingegen wie etwa das „Rex tremendae“ oder das „Confutatis“ rissen die Zuhörer in ihrem Tempo, in ihrem Wechsel der Stimmungen und zwischen Laut und Leise quasi von den Kirchenbänken. Lieblich und fast ein wenig tänzerisch wiederum wirkte das „Lacrimosa“ und süß und klagend das „Hostias“.

Thomas Walter hatte stets engen Kontakt zu seinem Ensemble und lotste es mit seinem Dirigat sinnbildlich durch alle Klippen der komplexen Partitur; das Publikum belohnte die rund 100 Musiker und Sänger auf der Bühne dafür mit langanhaltendem Applaus.

 

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Die georgische Pianistiin Tamta Magradze bei Alsfeld Musik Art. Foto: WWL

 

Eindringliche Interpretationen

Eröffnung von Alsfeld Musik Art mit großem Konzertabend einer 24-jährigen Tasten-Exzellenz



ALSFELD - (WWL) Vom Wispern übers Rauschen bis zum Sturmgebraus, und das alles in höchster klanglich-anschlagstechnischer Delikatesse: die 24 Jahre junge georgische Pianistin Tamta Magradze zog die Alsfelder Zuhörerschaft schon durch ihre ersten Töne in Bann. Zunächst ließ sie den knapp 40-jährigen Joseph Haydn mit seiner f-Moll-Sonate vor dem Publikum als dramatisch zugreifenden ebenso wie filigran verspielten und „tirilierenden“ Tastenmusiker erstehen, der im Grenzbereich zwischen Cembalo und Hammerflügel sowie zwischen barock-galanter, empfindsamer und klassischer Schaffensweise Neuland zu erkunden sucht; dabei gelingt ihm, wie es der Konzertabend vermittelte, Domenico Scarlattis einsätzige Sonaten und Carl Philipp Emanuel Bachs Freie Fantasien im Hinterkopf, eine für die Sonaten-Historie wegweisende Synthese aus Italianitá und nord-mitteldeutscher Tradition.

Im kontrastreichen Anschluss demonstrierte Tamta Magradze sodann drei Seiten des Pianisten-Komponisten Sergej Rachmaninoff: in zwei Préludes den impressionistisch-klangmagisch im Gefolge Skrjabins und auf der Linie Liszt-Ravel sich bewegenden sowie den Romantiker von lyrischer Verträumtheit bis zu leidenschaftlichem Aufbäumen, und schließlich den hochvirtuosen Etüden-Verfasser, der die Klangsprache der Chopin- und Lisztschen Vorgänger-kompositionen schärft, ohne sie freilich zu revolutionieren oder wie die Vorgenannten damit Musikgeschichte zu schreiben. Weitab jeglicher Äußerlichkeit in der Virtuosität versteht es die derzeit in Weimar ein Masterstudium absolvierende Klavierkünstlerin, den Piècen Rachmaninoffs improvisatorische und satztechnische Qualitäten oder Raffinessen zu entlocken, die sonst hinter einer gleichsam gründerzeitlichen Fassade oftmals verborgen bleiben.

Mit Franz Liszt trat einer der beiden romantischen Schwerpunkte des Abendprogramms ins Rampenlicht. Zwei Werke wurden dargeboten, die beide in Facettenreichtum Liszts Idee einer Wiedervereinigung von Literatur und Musik exemplifizieren. Tamta Magradze gelang es, in gleichem Maße funkelnd wie detailreich reflektierend zum Sprechen zu bringen, was Liszt an literarischen Bezügen, hier zu Nikolaus Lenaus „Faust“ und zu Dantes ‚Göttlicher Komödie‘ in seine Klangstücke hochvirtuos „hineinkomponiert“ hatte: Mephistos und Fausts Exzesse oder den Widerstreit von Höllenpein und Liebesglut am Beispiel der Francesca da Rimini.

Nachdem sich mit den abschließenden Trillerpassagen des Lisztschen Mephisto-Walzers der erste Konzertteil auch im Spieltechnischen gerundet hatte, standen mit Robert Schumanns zweiter Klaviersonate und Liszts einsätziger Dante-Sonate zwei doch schon im Ansatz unterschiedliche Werke der deutschen Romantik auf dem Programm.

Die Sonate Opus 22 ist sicherlich eines der eher spröderen Werke des Erzromantikers Schumann, damit aber auch eine Herausforderung, der sich eine so hochkarätige Interpretin getrost stellen kann, um sie mit Bravour und glücklicher Hand bis in die einzelne Note hinein zu bestehen. Schwer zu sagen, ob man es bedauern sollte, dass Magradze sich für das auf Clara Wiecks Anraten später nachkomponierte und qua Veröffentlichung autorisierte Finale entschieden hatte, das gegenüber dem ursprünglichen Finalsatz ausdrucksschwächere. Denn sie vermochte auch dies Presto in ein würdiges Licht zu stellen. Indem ihre Interpretation das Drängende gegenüber dem Auftrumpfenden oder das in aller Unruhe Verhaltene gegenüber der Raserei betonte, konnte der Satz als nahezu zwingende Fortführung des innigen Andantino und des schelmisch-furiosen Scherzo erscheinen. Der langsame Satz aber bleibt und war auch in Magradzes Darbietung – als der am wenigsten „virtuose“ des Konzertabends – das Herzstück dieser Sonate, allein schon der Intensität wegen, mit der Schumann in C-Dur jenes fis zum ersten Melodieton macht, das spätestens seit des Komponisten erster Klaviersonate, in fis-Moll nämlich, Bekenntniston zur Geliebten Clara war. So spielte das Clara-Schumann-Jahr 2019 zumindest indirekt auch in diesen Konzertabend hinein. Als klug ausgewählt erwies sich, dass Magradze zwischen die Großwerke der zweiten Konzerthälfte ein im Zwischenbereich von Spätromantik und Impressionismus angesiedeltes Frühwerk Claude Debussys platzierte: seine „Ballade“ von 1890. Sie wirkte auch und gerade mit ihren Archaismen und Exotismen als Paradebeispiel erzählender Musik und vermittelte eine auf den finalen „Höllenritt“ aus Liszts Feder und Fantasie vorbereitende Ruhe. Dort stand dann die Spannung zwischen dem Infernalischen und der großen Liebes-Sehnsucht im Zentrum der interpretatorischen Aufmerksamkeit – und mit den Momenten des Fantasiehaften schloss sich bei aller stilistischen Distanz sogar ein Kreis zum Haydnschen Eröffnungs-Werk.

Die 31. Saison der Konzertreihe Alsfeld Musik Art, zu der am Beginn Annette Thon als Sprecherin des sie organisierenden Arbeitskreises mit Dank an alle Sponsoren, Unterstützer und Helfer begrüßte und einlud, hat in Gestalt dieses Klavierabends ein Eröffnungs-Feuerwerk gefunden. Die Fortführung der Konzertreihe erfolgt am Samstag, 23. November, mit Mozarts Requiem in der Alsfelder Dreifaltigkeitskirche.

 

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Das Programm der Konzertreihe Alsfeld Musik Art stellen (von links) Thomas Walter, Bürgermeister Stephan Paule, Christoph Kramer und Annette Thon vor. Foto: Krämer

 

Breite Palette an Konzerten

Arbeitskreis Alsfeld Musik Art stellt Programm für die Saison 2019/2020 vor / Regionale und prämierte Künstler auf der Bühne



ALSFELD - Jubiläum: Auf den Tag genau - am 1. Oktober 1989 - hatte der Arbeitskreis Musikfestival als "Vorgänger" von Alsfeld Musik Art (AMA) Premiere. Das erste Konzert des damals neugegründeten Arbeitskreises, der als musikfachliche Unterstützung für das Alsfelder Musikfestival wirkte, fand damals in der Stadthalle statt. "Das ist genau 30 Jahre her", stellte Annette Thon nun in dieser Woche bei der Vorstellung des Programms für die Saison 2019/2020 fest. Thon hatte 1991 die Leitung des später in AMA umbenannten Arbeitskreises von Christoph Kramer übernommen.

Weit mehr als 200 Konzerte hat AMA in den vergangenen 30 Jahren in der Stadthalle, im Museum und in der Aula des Albert-Schweitzer-Gymnasiums organisiert und veranstaltet. Jetzt präsentierte der Arbeitskreis die monatlichen Konzerte, die im Zeitraum von Oktober bis April stattfinden.

Bei den Programmvorstellungen immer dabei - die jeweiligen Bürgermeister. Für Bürgermeister Stephan Paule (CDU), der Musik selbst verbunden, ist AMA etwas Besonderes - und zwar deshalb, weil es dem Arbeitskreis immer wieder gelingt, Musiker von hoher Qualität über Klassik bis Jazz in Alsfeld auftreten zu lassen. Darunter sind auch Musiker, die nach ihren ersten Gastspielen an der Schwalm, zu musikalischen Preisträgern wurden.

TERMINE
. Konzert 1: Tamta Magradze, Klavier, am Samstag, 19. Oktober, um 20 Uhr in der neuen Aula der Albert-Schweitzer-Schule.
. Konzert 2: Mozart-Requiem mit dem Alsfelder Konzert-Chor am Samstag, 23. November, um 20 Uhr in der Dreifaltigkeitskirche.
. Konzert 3: Jazz mit dem Olaf-Kordes-Trio am Samstag, 25. Januar, um 20 Uhr in der neuen Aula der Albert-Schweitzer-Schule.
. Konzert 4: Alexander Urvalov, Klavier, am Samstag, 15. Februar, um 20 Uhr in der neuen Aula der Albert-Schweitzer-Schule.
. Konzert 5: Kammerkonzert mit Musikern des HR-Sinfonieorchesters, am Samstag, 8. März, um 20 Uhr in der neuen Aula der Albert-Schweitzer-Schule.
. Konzert 6: Marmen-Quartett am Samstag, 26. April, um 20 Uhr in der neuen Aula der Albert-Schweitzer-Schule.

Auch in dieser Saison zeigt sich die Palette der Konzerte, die fast alle wieder in der Aula der Albert-Schweitzer-Schule stattfinden, wieder breitgefächert. Die Konzertreihe beginnt am 19. Oktober um 20 Uhr mit einem Klavierkonzert von Tamta Magradze, einer Sonderpreisträgerin des 9. Internationalen Klavierwettbewerbes für junge Pianisten in Weimar. Im Programm fehlen nie die Alsfelder Beiträge. Und so weist bereits das zweite Konzert am Samstag, 23. November, einen lokalen Bezug auf. Der Alsfelder Konzertchor wird dann unter der Leitung von Thomas Walter das Mozart-Requiem in der Dreifaltigkeitskirche aufführen. Fester Bestandteil der Programmgestaltung war stets ein Jazz-Konzert. Hier wurde für dieses Jahr das Olaf-Kordes-Trio gewonnen, das sich bereits einen Namen in der Jazz-Szene gemacht hat, wie Christoph Kramer, der "Alsfelder Jazz-Erfinder", erläuterte. Mit Alexander Urvalov am Klavier und Musikern des HR-Sinfonieorchesters musizieren ebenfalls alte Bekannte in Alsfeld. Einen würdigen Abschluss der Konzert-Saison bildete das Marmen-Quartett, das in diesem Jahr zweiter Preisträger beim 8. Internationalen Kammermusikwettbewerb in Weimar wurde.

Die Eintrittspreise liegen unverändert bei 15 Euro je Konzert. Im Abonnement: 75 Euro. Karten sind im Vorverkauf im Buchladen "Lesenswert" am Marktplatz erhältlich.

30 Jahre Arbeitskreis Alsfeld Musik Art bedeutet nicht drei Jahrzehnte Konzerte in Alsfeld. Solche fanden bereits in den 1970er Jahren, nach der Einweihung des Regionalmuseums 1977, als Museumskonzerte statt. Ausrichter war damals der Geschichts- und Museumsverein Alsfeld. 1980 wurde daraus das Alsfelder Musikfestival geboren - initiiert durch die Alsfelder Kulturgemeinde unter Vorsitz von Konrad Rüssel. Träger des Musikfestivals war die Stadt Alsfeld; die künstlerische Leitung hatte Klaus Zoll - Sohn des bekannten Alsfelder Komponisten Paul Zoll. Das Alsfelder Musikfestival fand im zweijährigen Rhythmus statt. Zur Unterstützung der künstlerischen Leitung wurde bereits Mitte der 1980er Jahre ein Arbeitskreis Musikfestival durch den Magistrat eingesetzt.
Die Leitung wurde Christoph Kramer (ehemaliger Schulleiter der Gerhart-Hauptmann-Schule) übertragen. 1989 wurde Klaus Zoll von seiner künstlerischen Gesamtleitung des Alsfelder Musikfestivals entbunden; der Arbeitskreis Musikfestival pflegte eine enge Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk. 1990 trat erstmals beim Alsfelder Musikfestival das HR-Sinfonieorchester in der Stadthalle auf und war bis 2006 ununterbrochen beim Musikfestival maßgeblicher Bestandteil. Die Stadt Alsfeld zog sich im Rahmen der Haushaltskonsolidierungen aus der Trägerschaft zurück.

Aus dem Arbeitskreis Musikfestival wurde 2007 der Arbeitskreis Alsfeld Musik Art, der bis heute für Organisation und Durchführung der Konzertreihe eigenständig verantwortlich zeichnet. Unterstützt wird dieser durch zahlreiche Sponsoren.

Die Mitglieder der Arbeitskreise Musikfestival und Musik Art sind beziehungsweise waren: Christoph Kramer, Helmut Köhler (bereits verstorben), Dieter Müller, Wilfried Fink, Thomas Walter, Annette Thon. Dem Arbeitskreis Musikfestival gehörten auch Konrad Rüssel, Gerhard Launer und die ehemalige Kantorin Andrea Groß an.

 

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