
Friedemann Wuttke, Gitarre
Sonntag, 26. April 2026
17 Uhr
Aula der
Albert-Schweitzer-Schule,
Schillerstraße 1, 36304 Alsfeld
DER KÜNSTLER
Friedemann Wuttke…studierte an der Musikhochschule Stuttgart und vervollständigte seine Musikausbildung unter anderem in Meisterkursen international bekannter Solisten sowie mit seinem Freund und Mentor, dem russischen Weltklasse Pianisten Igor Zhukov.
Gitarre Hamburg schreibt 2005:
„Nicht nur durch seine instrumentalen und musikalischen Qualitäten - die höchsten Ansprüchen genügen - hat sich der sympathische Musiker einen festen Platz in der vordersten Reihe der deutschen Gitarristik erspielt. Insbesondere sein Gespür für interessante Programmgestaltung und die fruchtbare Zusammenarbeit mit anderen namhaften Künstlern sorgen dafür, dass Friedemann Wuttke nicht unterbeschäftigt bleibt. Ein Musiker, der konsequent seinen Weg geht.“
Durch die kompromisslose Hinwendung zum klassischen Repertoire und zur ernsthaften Programmgestaltung nimmt Friedemann Wuttke eine Sonderstellung unter den Konzertgitarristen ein. Seine vielseitigen Programme sind immer geprägt von klaren Inhalten und seinem künstlerisch anspruchsvollen Profil.
DER GITARRIST wird nicht nur im Inland gerne eingeladen, sondern seine Konzerte führten Friedemann Wuttke in fast alle europäischen Länder, nach Russland, Südostasien, Afrika und Südamerika, wo er auch in großen Konzerthäusern als Solist oder mit Orchester auftrat. Nach Corona stehen in 2023 und 2024 auch wieder Auslandstourneen in seinem Kalender.
Hinter all dieser Vielseitigkeit zeigt sich ein Musiker, der nicht nur sein Instrument und seine Musik liebt, sondern im Dienste der musikalischen Kommunikation steht und das Publikum teilhaben lässt an der Begeisterung, die seine Musik in ihm immer wieder auslöst.
So bezeugen auch seine hochgelobten Aufnahmen sein suchendes künstlerisches Temperament und seine Meisterschaft, die Friedemann Wuttke seit 2004 exklusiv als Konzertgitarrist bei dem Tonträger-Label Hänssler Profil Medien unter Beweis stellt. 2021 ist bei Hänssler Profil Medien eine Box mit dem Titel „The Art of Classical Guiar“ mit 10 CDs des Gitarristen erscheinen.
Im Frühjahr 2023 kam es wieder zu ersten Auslandstourneen nach Corona mit Konzerten und Masterclass in der Dominikanischen Republik auf Einladung der Deutschen Botschaft Santo Domingo und der Fundacion Sinfonia Santo Domingo. Ende 2023 findet eine Konzertreise in Italien statt. Weitere internationale Konzerte folgen in den nächsten Jahren
PROGRAMM
„Clair de Lune“
Musik von Debussy, Ravel, Villa-Lobos
Im Mittelpunkt dieses Programms steht die Kunstform des Impressionismus, welche in Malerei und Musik von Licht und Schatten sowie von der Atmosphäre des Moments geprägt ist. Ausgangspunkt ist Frankreich, wo in der Musik die Komponisten Claude Debussy und Maurice Ravel eine einzigartige und unverwechselbare Klangsprache geschaffen und diese in die Welt hinaus getragen haben. Es kommen Bearbeitungen berühmter Werke von Debussy und Ravel zu Gehör, welche auf der Gitarre ihren ganz eigenen Charme entwickeln und zusammen mit anderen französischen Komponisten den Ausgangspunkt dieses Programms bilden. Im Kontrast dazu werden die impressionistischen Klangfarben durch virtuose Mozart Momente immer wieder aufgehellt. Mit Musik des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos, der die Musik seiner Heimat mit den Farben des Impressionismus verbunden hat, wird das Programm abgerundet.
Ein Aufbruch mit spannenden Bearbeitungen berühmter Klavierwerke und mit virtuosen Originalkompositionen.
FERNANDO SOR 1778-1839
Drei Menuette
WOLFGANG AMADEUS MOZART 1756-1791
Sonatina C-Dur
HEITOR VILLA-LOBOS 1887-1959
Cinq Préludes pour guitare
WOLFGANG AMADEUS MOZART 1756-1791
Andante grazioso
FERNANDO SOR 1778-1839
Variationen über ein Thema aus Mozarts Zauberflöte opus 9
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ERIK SATIE 1866-1925
Gnossienne No. 1
Gymnopedie No. 1
Gnossienne No. 2
Gymnopedie No. 2
Gnossienne No. 3
Gymnopedie No. 3
FRANCIS POULENC 1899-1963
Sarabande pour guitare
MANUEL DE FALLA 1876-1946
Pour le Tombeau de Claude Debussy
MAURICE RAVEL 1875-1937
Pavane pour une infante défunte
CLAUDE DEBUSSY 1862-1918
La fille aux cheveux de lin
Clair de Lune
Programmbetrachtungen
Gitarren-Solo-Rezitals sind mancherorts, so auch in Alsfeld, eine Rarität. Dabei ist das sechssaitige Instrument seit mehr als einem halben Jahrhundert im ‚klassischen‘ Konzertleben neu etabliert worden, nachdem es zuvor ein Jahrhundert lang als Konzertinstrument nur wenig ernstgenommen worden war und zunächst als Wander-(Vogel) und Volkslied-Instrument abgestempelt, dann als Folk- und Rock-Instrument ins Rampenlicht gekommen war.
Bereits im 17. Jahrhundert hatte die Gitarre von Spanien aus ihren Weg in viele europäische Länder gefunden. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfreute sie sich dann besonderer Beliebtheit im bürgerlichen Konzertleben. Dafür stehen Namen wie Franz Schubert, Nicolo Paganini, Carl Maria von Weber, Anton Diabelli, Ignaz Moscheles – sowie berühmter Gitarrenvirtuosen jener Zeit, Mauro Giuliani und Fernando Sor. Im weiteren Verlauf des romantischen Zeitalters wurde es stiller um die Gitarre. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begründete Francisco Tárrega die moderne spanische Gitarrenschule und erreichte es mit eigenen Kompositionen und Bearbeitungen (z.B. von Werken Isaac Albéniz‘), die Gitarre als Konzertinstrument neu zu etablieren. Auch Manuel de Falla war (nahezu eine Generation später) an dieser Entwicklung beteiligt; zu seinem Freundeskreis zählte der spanische Gitarrenvirtuose Andrés Segovia, der ab 1909 weltweit konzertierte und in seinem langen Leben gleichsam die Brücke bildete zur Neubelebung der ‚klassischen‘ Konzertgitarre nach dem Zweiten Weltkrieg.
Narciso Yepes, Julian Bream, John Williams (der Gitarrist, nicht der Komponist), auch der nicht wenig umstrittene Siegfried Behrend, sodann das Frankfurter Gitarrenduo (Michael Teuchert und Olaf van Gonissen) sind einige derer, welche der Konzertgitarre als Interpreten zu neuer Geltung im Musikleben verhalfen, Heinz Teuchert dazuhin durch sein pädagogisches und editorisches Wirken. Viele der von ihnen dargebotenen Werke wurden zu ‚Klassikern‘ oder gar Hits; ein beträchtlicher Teil der Œuvres von Joaquín Turina, Mario Castelnuovo-Tedesco, Joaquín Rodrigo oder Radamés Gnattali bildeten und bilden bis heute eine Basis für das gitarristische Konzerteben. Doch seither ist viel Spannendes für Gitarre hinzugekommen: von Benjamin Britten, John W. Duarte, Hans Werner Henze, Toru Takemitsu, Leo Brouwer, Carlo Domeniconi und manch anderen. Mangels Repertoire aus bestimmten Epochen-Abschnitten ist die Konzertgitarre oftmals aber auch zum Instrument für Adaptionen, Bearbeitungen, Arrangements geworden, von Bach‘schen bis hin zu solchen Werken wie Mussorgskys ‚Bildern einer Ausstellung‘.
Hier reiht sich auch das Programm von Friedemann Wuttke ein. Unter der Leitidee des Impressionismus kombiniert er Bearbeitungen berühmter Klavierwerke mit virtuosen Originalkompositionen. Mit der Kunstrichtung „Impressionismus“ verbinden wir in erster Linie Frankreich, besondere Atmosphären und Lichtwirkungen, Augenblicks-Eindrücke und Naturerlebnis. Monet und Renoir sind als Protagonisten in der Malerei dafür bekannt und beliebt. Stücke von Claude Debussy (1862-1918) und Maurice Ravel (1875-1937), den Hauptvertretern des so genannten Impressionismus in der Musik, bilden den Kern von Wuttkes Programm, ergänzt durch impressionistisch beeinflusste Musik des brasilianischen Komponisten Heitor Villa-Lobos (1887-1959) und des Spaniers de Falla. Kontrastiert werden sie durch Werke aus dem Mozart‘schen Kosmos und der spanischen Klassik bzw. Frühromantik (Sor), abgerundet durch weitere Werke aus Frankreich, die sich vom Impressionismus (ebenso wie von der Spätromantik) bereits deutlich absetzen und einer neuen, meditativen Einfachheit (Satie) resp. den Ideen des Neo-Klassizismus (Poulenc) verpflichtet sind.
Die Übertragung von Klavierstücken auf die Gitarre hat es schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts (bei Schubert etwa), viel häufiger noch ab der Jahrhundertwende zum 20. gegeben. Sie entfalten durch den luzide-prägnanten und transparenten Klang des gezupften Saiteninstruments oft einen ganz eigenen Reiz und eröffnen neue tonfarbliche Perspektiven oder auch bildhafte Vorstellungen.
